Wie der Diderot-Effekt uns zu mehr Konsum verleitet

Was versteckt sich hinter dem Diderot-Effekt?

Der Diderot-Effekt oder besser: „Warum mein neues Kleid unbedingt ein neues Paar Schuhe braucht? Warum meine neue Jacke einen neuen Schal benötigt? Warum eine neue super moderne Küche auch neue Elektrogeräte notwendig macht? Warum der neue Badezimmervorleger auch nach neuen Handtüchern oder der neue Teppich auch gleich nach einer neuen Couch verlangt?“

Der Diderot-Effekt beschreibt das vergleichende Bewerten zwischen allen möglichen Dingen, der entsteht, wenn ein neuer Gegenstand, also eine Neuanschaffung, in unser Zuhause kommt. Wenn aus diesem Vergleich dann der Zwang entsteht weitere Gegenstände erneuern zu müssen, weil die alten Besitztümer nun nicht mehr zusammenpassen oder die alten Dinge auf einmal schäbig, arm bzw. nicht standesgemäß, abgegriffen, abgetragen, verschlissen, abgenutzt oder gewöhnlich erscheinen, ist der Schritt zum erneuten Folgekonsum, um die entstandene Diskrepanz auszugleichen, sehr häufig ganz, ganz schnell der Fall. Trifft das zu, sind wir dem Diderot-Effekt zum Opfer gefallen.


Wo kann der Diderot-Effekt auftreten?


Nicht nur beim Erwerb von neuen Dingen kann der Diderot-Effekt auftreten, auch wer schon mal renoviert hat, kennt dieses Gefühl vielleicht. Kaum ist der Boden erneuert oder z.B. die Wände frisch gestrichen, fällt einem auf, dass die Türen, Fenster oder Heizkörper dringend auch mal genauer unter die Lupe genommen werden sollten. Wenn dann die alten Möbel wieder an Ort und Stelle gebracht wurden, wirkt auf einmal das ein oder andere durchaus erneuerungswürdig.


Aber auch vor uns selbst macht der Diderot-Effekt nicht halt. So habe ich ihn auch bei der Schönheitspflege, also beim Aufhübschen als sehr bekanntes Gefühl entdeckt. Ein sehr aufwändiges oder besser sehr elegantes Kleid wirkt nur richtig oder vollständig, wenn auch Haare und Make-up entsprechend abgestimmt wurden. Also auch hier findet der Vergleich zum Erhalt eines stimmigen Gesamtbildes statt. 


Bei Festivitäten jeder Art passen wir unser Umfeld an ein Gesamtkonzept an. Bei der Hochzeitsfeier z.B. mieten viele von uns ein besonderes Auto oder gar eine Kutsche, da der noble Zwirn im eigenen Auto einfach nicht richtig wirken will. 


Wir konsumieren also Möbel, Kleidung, Autos, Make-Up und vieles, vieles mehr und kaum kommt ein neuer Konsum hinzu, stellt der alt bewährtes in Frage. 


Wie sollten wir mit dem Diderot-Effekt umgehen?


Gerade letzte Woche habe ich mir selbst endlich eine neue Winterjacke gekauft und musste live und in Farbe feststellen, wie kritisch ich meinen “alten” Rucksack betrachtet habe, der 5 Minuten vorher noch total toll war und auf einmal von mir sehr kritisch beäugt wurde. Hierbei merkte ich, wie stark der psychologische Druck ist, eine Harmonie im Missverhältnis zwischen zwei Dingen wieder herzustellen, wo auch immer die eigenen erstrebenswerten idealen Bilder von Fall zu Fall auch herkommen sollten.


Ich sage nicht, dass Sachen nicht ersetzt werden dürfen oder „angepasst“ und es nicht schön sein kann, auf etwas hin zu sparen und sich dann daran zu erfreuen. Ich bin auch nicht grundsätzlich für den prinzipiellen Konsumverzicht. Allerdings glaube ich, dass wenn solche Effekte uns so deutlich beeinflussen, es gut ist, sie zu kennen, um ganz gezielt JA oder NEIN sowohl zum ersten neuen Badezimmervorleger bis hin zum letzten „notwendigen“ Handtuch sagen zu können.


In diesem Sinne, eine ganz und gar Zwang freie Vorweihnachtszeit!

Eure Jasmin



Habt ihr Lust diesen Weg mit mir zusammen zu gehen?

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