10 Tipps zum Schenken – Alle Jahre wieder

Die besinnliche Zeit des Jahres steht vor der Tür. Gebäck, Lichter, Tee, Gesang, Weihnachtsmärkte und Gemeinsamkeit sind auch in diesem Jahr wieder mit großer Freude erwartet. Seit einigen Jahren mischt sich aber auch ein etwas anderes Gefühl in meinem Leben zeitweilig unter. Die Weihnachtszeit ist auch die Zeit des großen Konsums. Weihnachtsdekoration, zusätzliche Plätzchenausstecher, Schleifenband, Pullover mit lustigen jahreszeitlichen Motiven, Festtagsoutfits, Adventskalender, und und und. Die Liste ist je nach persönlichem Geschmack unendlich erweiterbar oder auch auf eins, zwei Teile reduzierbar. Ungeachtet der Anzahl, um die es sich handelt, erinnern uns diese Gegenstände vielleicht an die eigene Kindheit oder malen ein Bild unserer liebsten Momente und lassen unser Herz jedes Jahr höher schlagen und die kommende Zeit mit großer Vorfreude erwarten.

Was wenn Geschenke nicht nur Freude auslösen?

Bei Geschenken geht es um die Geste. Das Geschenk soll im aller besten Fall Freude für Schenkenden und den Beschenkten verleihen sowie Liebe und Zuneigung zeigen. Was aber, wenn der alljährliche Zauber beim einzelnen eher ein Gefühl der Beklemmung auslöst? Das Geschenkpapier und das Schleifenband des Geschenks sowie Kartonagen von selbst beschafften als auch erhaltenen Geschenken türmen sich. Das freudig erhaltene Spielzeug für die kleinsten landet nach kurzer Zeit in einer Ecke. Ein erhaltener Pullover passt nicht und muss umgetauscht werden, falls möglich. Die kleine Aufmerksamkeit für die Erwachsenen ist so gar nicht im Sinne des Beschenkten. Kurz um, das ein oder andere Geschenk lief nicht ganz nach „Plan“.

Ist es undankbar, sich über manche Geschenke nicht zu freuen?

Das Gefühl formuliert sich als Frage in meinem Gedanken: „Ist es undankbar, sich über Geschenke nicht zu freuen?“. Alles halb so wild, es ging ja eben um die ehrliche Geste und über die freut sich selbstverständlich jeder. Aber wenn der erhaltene Gegenstand nun so gar nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, warum nicht genau da ansetzen und die Art und Menge der jährlichen Geschenke einmal offen hinterfragen? Wer nicht gleich zu einem radikalen Geschenkeverbot greifen möchte und das Risiko eingehen möchte Freunden und Verwandten vor den Kopf zu stoßen, weil seid gewarnt, es ist ein heikleres Thema als zum Teil vermutet, sollte vielleicht über kleinere auch wirksame Schritte nachdenken. Die Emotionen sind ein großer Teil von Weihnachten und so sollten eben auch die Gefühle Raum bekommen, die vielleicht etwas gegen den Strom schwimmen. Ein gemeinsames Bewusstsein innerhalb des Kreises der Schenkenden kann schon ein toller erster Ansatz sein und dieses Ziel muss nicht mit einem schlechten Gewissen verbunden einhergehen.

Was also praktisch tun, wenn sich der alljährige Geschenkemarathon so gar nicht erstrebenswert anfühlt?

Hier ein paar Tipps, die ihr im ersten Schritt selbst anwenden könnt oder auch gleich mit euren liebsten besprechen könnt:

      • Gemeinsame Unternehmungen statt Dingen schenken (von gemeinsamer Maniküre bis zu einem Besuch im Freizeitpark)
      • Erbrachte Spenden für gemeinnützige Zwecke schenken
      • Gutscheine für ungeliebte Tätigkeiten im Haushalt schenken (z.B. Fensterputzen selbst oder beauftragt)
      • Verzehrbare Geschenke z.B. Essen & Trinken schenken
      • Aufbrauchbare Geschenke z.B. Seifen & Creme schenken
      • Eine Wunschliste für Kinder UND Erwachsene erstellen für Freunde und Verwandte (Wunschlisten über das gesamte Jahr hinweg führen)
      • Wichteln: Nur einen Namen losen/ ziehen innerhalb der sich beschenkenden zum Beschenken
      • Die Anzahl der Geschenke pro Person generell begrenzen oder sogar auf Geschenke zwischen den Erwachsenen ganz verzichten
      • Sich zusammentun und ein größeres Geschenk von mehreren ermöglichen
      • Ohnehin notwendige zukünftige Anschaffungen als Geschenkideen formulieren


Wichtig bei allen Vorschlägen ist, dass nicht alle Vorschläge zu allen passen. Der eine fühlt sich damit sehr wohl, den anderen stimmt die selbe Vorstellung traurig. Ziel sollte es also immer sein, überhaupt erst einmal offen darüber reden zu können und dann muss auch nicht gleich ein Vorgehen in Stein gemeißelt werden. Warum nicht von Jahr zu Jahr einfach mal etwas Neues versuchen? Ein ganz einfacher Vorsatz könnte z.B. sein, dass dieses Jahr die Geschenke in buntem Zeitungspapier verpackt werden oder in braunem Papier, das von den Kindern selbst bemalt wird. Keine Einsparung und geht euch nicht weit genug? Dann vielleicht doch eher ein Geschenkeverzicht zugunsten von über das Jahr verteilten gemeinsamen Kochabenden. Alles ist offen und muss zu den in der Beziehung lebenden Menschen passen.


Ich wünsche euch viel Erfolg und eine besinnliche Weihnachtszeit und lasst mich gerne wissen, ob ihr weitere Ideen oder Erfahrungen zum Schenken oder Beschenkt werden habt. 

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2 Gedanken zu „10 Tipps zum Schenken – Alle Jahre wieder“

  1. Von Kindern selbstgebastelte Geschenke gehen immer gut. Meine Erfahrung im Verschenken von ohnehin Benötigtem sind positiv und auch Geschenke wichteln, sodass ein Familienmitglied oder eine Person in Freundeskreis „nur“ ein Geschenk erhält, kommt überwiegend gut an. Nicht vergessen! Bei kleinen Kindern sollte nicht vollends auf eine Geschenkeverpackung verzichtet werden, denn die ist manchmal interessanter als das Geschenk selbst. In diesem Sinne: eine besinnliche Adventszeit!

  2. Die Schlimmsten Geschenke sind saisonale Dekoartikel, von denen erwartet wird, dass man sie aufstellt 😂 Wenn dann noch kulturell bedingte Geschmacksunterschiede aufeinander treffen wird es besonders bremslich. Gerne erzähle ich immer wieder die Story meines damaligen nigerianischen Freundes, der Stolz meiner Mutter ein ca 60x100cm großes Wasserfall-Bild, auf einer Glaswand bedruckt mit einem Rahmen aus Spiegelflächen umrandet und mit einer Leucht- und Soundfunktion schenkte und sie nun vor einem riesigen Problem stand – „Was mach‘ ich jetzt mit diesem Riesenteil?!?“ Der Plan war dann, es nur aufzuhängen, wenn er zu Besuch kommt, um seine Gefühle nicht zu verletzen. Wobei ich mir gut vorstellen könnte, dass eine nigerianische Schwiegermama wohl laut und deutlich gesagt hätte, Weinbauern ein Geschenk Hässlichkeit findet. Vielleicht.

    Was mich an dem Thema noch mehr bedrückt ist, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass die finanziellen Ausgaben zu Weihnachten eine wahre Belastung für Familienmitglieder geworden ist und nun Sätze fallen wie „Es tut mir leid, aber dieses Jahr kann ich leider nicht so viel schenken, es wird nur was Kleines geben…“.

    Diese aufgebauschte Erwartungshaltung bricht mir das Herz und ich habe dieses Jahr beschlossen, einfach nur schön gemeinsam essen gehen zu wollen.

    Ich hoffe, die Familie hält sich dran 🙂

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